Hiobsträne – was ist das und wie wird sie verwendet?

Hiobsträne – was ist das und wie wird sie verwendet?

Hiobsträne – Eigenschaften

Die Hiobsträne trägt den botanischen Namen Coix lacryma-jobi und ist ein tropisches, in ihrer Heimat mehrjähriges Gras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae).

In Puerto Rico wird die Pflanze „Camándulas“ genannt. In Griechenland ist sie als „Träne der Muttergottes“ bekannt und wird traditionell von Mönchen angebaut, die aus ihren Samen wunderschöne Gebetsschnüre (Komboskini) fertigen.

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Vor allem im Sommer bildet die Hiobsträne Früchte mit sehr harter, perlweiß schimmernder Schale. Besonders auffällig ist ihre Form, die an eine Perle oder eine Träne erinnert.

Die Pflanzen wachsen buschig und erreichen eine Höhe von etwa 1 Meter. Sie sind pflegeleicht, aber frostempfindlich – in Mitteleuropa wird die Hiobsträne daher meist einjährig kultiviert oder als Kübelpflanze frostfrei überwintert.

Hiobsträne – wofür werden die Samen verwendet?

Die Früchte werden zur Herstellung von Halsketten, Gebetsketten, Perlen, Rosenkränzen, Armbändern und anderem Schmuck verwendet.

In westlichen Ländern dienen die Samen als Perlen für Gebetsschnüre und Armbänder, in asiatischen Ländern als buddhistische Gebetsperlen.

Darüber hinaus wird die Pflanze auch als Nahrungsmittel genutzt.

In Asien, wo sie ebenfalls als Hiobsträne bekannt ist, werden die Samen wie Getreide gegessen und „Adlay“ genannt; andere verwenden sie in verschiedenen Suppen.

Die Akha und die Karen, die in den Berggebieten an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar leben, bauen viele Sorten der Pflanze an und verzieren mit den Perlen verschiedene Handarbeiten.

Bei den Akha werden die Perlen ausschließlich für Frauenkleidung verwendet und auf Kopfbedeckungen, Jacken, Taschen usw. genäht.

Als Lebensmittel – In ganz Ostasien ist die Hiobsträne getrocknet erhältlich und wird wie Getreide gekocht und gegessen. Die Samen enthalten Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Zink und Calcium sowie B-Vitamine (Thiamin, Riboflavin, Niacin) und Vitamin E.

Hiobsträne

Hiobsträne – die Geschichte der Pflanze

Der Überlieferung nach gibt es zwei Erzählungen über den Ursprung der Pflanze. Nach der einen wuchs sie aus den Tränen der Muttergottes, die unter dem Kreuz Christi zu Boden fielen. „Sie ist gleichsam ein wunderbares Sinnbild für den Schmerz und die Trauer in den Tränen unserer Muttergottes, übertragen auf die Früchte dieser gesegneten, einzigartigen Pflanze.“

Nach der anderen Erzählung entstand sie aus den Tränen Evas, als Gott sie aus dem Garten Eden vertrieb.

Eine Überlieferung vom Berg Athos erzählt folgende Geschichte:

„Einst saß ein Mönch betrübt da, weil es ihm nicht gelang, das Knüpfen einer Gebetsschnur zu erlernen.
Da erschien ihm die Muttergottes und fragte ihn: ‚Warum bist du so betrübt?‘
Er antwortete: ‚Ich kann nicht lernen, eine Gebetsschnur zu knüpfen.‘
Da gab ihm die Muttergottes diese Samen und sprach:
‚Nimm meine Tränen, pflanze sie, mach daraus Gebetsschnüre und sprich: Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. Allheilige Gottesgebärerin, rette uns.‘“

Die Gebetsschnur (Komboskini)

Beim Gebet mit der Gebetsschnur gibt es eine bestimmte Methode, die sehr hilft, den Geist zu sammeln. Bei jedem Knoten, der durch die Finger gleitet, spricht der Betende nacheinander folgende Gebete: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner, des Sünders. Allheilige Gottesgebärerin, rette uns. Ihr Heiligen Gottes, bittet für uns.“ Man kann auch allein das Gebet „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner, des Sünders“ sprechen.

Eine Gebetsschnur dient dem Gebet und sollte nicht als bloßer Schmuck am Handgelenk getragen werden wie ein einfaches Armband.

Die Gebetsschnur ist also das „Werkzeug“, mit dem sich Mönche während ihres täglichen Gebets sammeln. Nach orthodoxer Überlieferung hilft ihr Gebrauch, verbunden mit der Anrufung des Herrn, auch den Mitmenschen und führt näher zu Gott.

Die Quaste, die die meisten Gebetsschnüre haben, soll übrigens zum Trocknen der Tränen dienen.

Hiobsträne – Anbau

Die Hiobsträne wird an sonnigen Standorten in fruchtbaren, gut durchlässigen, sandig-lehmigen Böden angebaut. Gesät wird, sobald die Bodentemperatur über 12 °C liegt und keine Frostgefahr mehr besteht – in Mitteleuropa am besten im Haus vorziehen und nach den Eisheiligen auspflanzen. Säen Sie möglichst früh, denn bis zur Blüte und Reife der Samen vergehen 5 bis 5,5 Monate. Zur Ernte erreichen die Pflanzen im Schnitt über 90 cm Höhe.

Hiobsträne

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