Die Tomate ist unbestritten die Königin des Sommers – ein beliebtes Gemüse und Grundzutat unzähliger Rezepte. Ob im Garten oder im Topf: Ihr Anbau schenkt die Freude an frischen, aromatischen Früchten aus eigener Ernte und ist zugleich eine entspannende Beschäftigung. Außerdem möchten die meisten von uns Lebensmittel, die so wenig Zusätze wie möglich enthalten – ein weiterer guter Grund, eigene frische und aromatische Tomaten zu ziehen.
Welche Tomatensorten gibt es?
Die Zahl der Tomatensorten im Handel ist schier unendlich. Wir teilen sie hier in zwei Gruppen ein und gehen auf den Anbau jeder Gruppe einzeln ein. Tomaten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Stabtomaten und Buschtomaten.
Stabtomaten (hochwachsende Tomaten)
Stabtomaten (indeterminierte Sorten) wachsen immer weiter in die Höhe – bis zu 2,5 oder sogar 3 Meter – und brauchen eine Stütze. Ihre langen Triebe werden an Schnüren, Tomatenstäben aus Bambus oder an Rankgerüsten befestigt. Zu dieser Gruppe gehören auch die meisten Cocktail- und Kirschtomaten. Stabtomaten tragen über einen längeren Zeitraum und sind in der Regel ertragreicher als Buschtomaten.
Welche Vorteile haben Stabtomaten?
- Höherer Ertrag: Stabtomaten liefern über die Saison meist mehr Früchte als Buschtomaten.
- Weniger Platzbedarf: Da sie in die Höhe wachsen, nehmen sie im Beet weniger Grundfläche ein.
- Bessere Durchlüftung: Aufgebundene Pflanzen sind besser belüftet, was Krankheiten vorbeugt.
- Leichtere Ernte: Die Früchte sind gut sichtbar und bequem erreichbar, wenn sie reif sind.

Buschtomaten
Buschtomaten (determinierte Sorten) sind eine beliebte Wahl, weil sie nicht ausgegeizt werden müssen, um ihre Form zu behalten – es genügen leichte Eingriffe für eine bessere Durchlüftung. Zu den Buschtomaten gehören vor allem großfrüchtige und mittelgroße Sorten, etwa Verarbeitungs- und Flaschentomaten (Pomodoro), seltener kleinfrüchtige Sorten.
Welche Vorteile haben Buschtomaten?
- Kompakter Wuchs: Sie werden bis etwa 1 Meter hoch und müssen nicht ausgegeizt werden, da sie ihr Wachstum von selbst begrenzen.
- Vielseitig: Geeignet für Garten, Töpfe und sogar den Balkon.
- Robust: Viele Sorten kommen gut mit Wärme und Trockenheit zurecht und sind wenig krankheitsanfällig.
- Frühe Ernte: Sie tragen innerhalb kurzer Zeit und liefern eine frühe, reiche Ernte.
- Einfacher Anbau: Ideal für Einsteiger, da keine besonderen Kenntnisse nötig sind.
- Weniger Pflege: Sie brauchen weniger Schnitt und Pflege als Stabtomaten.
Tomaten ausgeizen
Ein eigenes Kapitel im Tomatenanbau ist das Ausgeizen. Viele halten es für schwierig und kompliziert, doch es ist wichtig für die Pflanze, denn es fördert eine reiche Ernte mit gesünderen Früchten.
Das Ausgeizen sorgt für gute Belüftung und Belichtung der Pflanze und unterstützt so Photosynthese und Fruchtbildung.
Wie geizt man Tomaten richtig aus?
- Der erste Schnitt erfolgt, wenn die Pflanze etwa 50 Zentimeter hoch ist (bei allen Tomaten).
- Entfernen Sie die kleinen Seitentriebe (Geiztriebe) in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blatt (vor allem bei Stabtomaten; bei Buschtomaten nur sparsam).
- Lassen Sie höchstens zwei bis drei Haupttriebe stehen (bei Stabtomaten), die als Nebenstämme in die Höhe wachsen.
- Wenn die Triebe etwa 2 Meter erreicht haben, kappen Sie die Spitze, damit die Pflanze nicht weiter in die Höhe wächst. So bleibt sie während der ganzen Saison kräftig und vital (Stabtomaten).
- Entfernen Sie die unteren Blätter, damit die Pflanze keinen Kontakt zur Erde hat – so schützen Sie sie vor Pilzkrankheiten (bei allen Tomaten).
- Außerdem ist es sinnvoll, bei sehr starkem Fruchtansatz einige Früchte auszudünnen, damit die übrigen größer werden und besser ausreifen (bei allen Tomaten).
- Entfernen Sie schließlich gelbe und welke Blätter (bei allen Tomaten).
- Entfernen Sie Triebe, die sich ineinander verflechten, damit Ihre Pflanzen besser belüftet und belichtet werden.

Worauf sollte man beim Ausgeizen achten?
- Geizen Sie aus, wenn die Pflanzen trocken sind.
- Schneiden Sie nicht zu viel – Ziel ist lediglich eine ausreichende Belüftung und Belichtung.
- Verwenden Sie immer das passende Werkzeug.
- Achten Sie auf scharfes Werkzeug und desinfizieren Sie es zwischen den Pflanzen mit Alkohol, damit keine Krankheiten übertragen werden.
Welche Tomate soll ich wählen?
Die Wahl der passenden Tomatensorte hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:
Klima: Wählen Sie Sorten, die zu den Bedingungen in Ihrer Region passen.
Anbaufläche: Berücksichtigen Sie den verfügbaren Platz für die Pflanzen.
Geschmack und Größe: Wählen Sie Tomaten mit den Eigenschaften, die Ihren Wünschen entsprechen.
Tomaten anbauen:
Der Tomatenanbau ist relativ einfach.
- Wählen Sie einen sonnigen Platz mit gut durchlässigem Boden.
- Ziehen Sie die Jungpflanzen ab März im Haus vor und pflanzen Sie sie nach den letzten Frösten (in Mitteleuropa meist nach den Eisheiligen Mitte Mai) ins Freie.
- Gießen Sie regelmäßig, am besten morgens, und möglichst nicht über die Blätter.
- Düngen Sie alle 2–3 Wochen mit einem ausgewogenen, kaliumreichen Dünger für bessere Fruchtbildung und Reife.
- Stützen Sie die Pflanzen bei Bedarf mit Stäben oder Draht.
- Ernte: Tomaten sind erntereif, wenn sie vollständig ausgereift sind und ihre sortentypische Farbe – meist ein kräftiges Rot – erreicht haben.












