Fleischfressende Pflanzen

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Was sind fleischfressende Pflanzen?

Fleischfressende Pflanzen besitzen eine Reihe von Eigenschaften, mit denen sie Nährstoffe gewinnen, indem sie kleine Tiere – meist Insekten und andere Gliederfüßer – fangen und verdauen. Definiert werden sie durch das gleichzeitige Vorhandensein all dieser Eigenschaften, denn einzelne davon, etwa das Anlocken oder Festhalten von Insekten, kommen auch bei manchen nicht fleischfressenden Pflanzen vor.

Diese Eigenschaften sind:

Anlocken: Fleischfressende Pflanzen locken ihre Beute auf unterschiedliche Weise an. Die häufigsten Mechanismen sind:
Farbe und Form: Leuchtende Farben, auffällige Muster und besondere Formen der Fallen ziehen Insekten an.
Duft: Viele fleischfressende Pflanzen verströmen süßliche oder blumige Düfte, die Insekten anlocken.
Nektar: Viele bilden Nektar oder klebrige Sekrete, die Insekten anziehen und festhalten.
Fangen: Fleischfressende Pflanzen nutzen verschiedene Mechanismen, um ihre Beute zu fangen.

Die häufigsten sind:

Klappfallen:Pflanzen mit Klappfallen haben Blätter, die sich wie ein Käfig schließen, sobald ein Beutetier sie berührt.
Kannenfallen: Pflanzen mit Kannenfallen haben kannenförmige Blätter: Insekten fallen hinein und können nicht mehr herausklettern. Sie sterben und werden von der Pflanze verwertet.
Klebfallen: Pflanzen mit Klebfallen haben Blätter mit klebrigen Tentakeln, die sich bei Berührung um die Beute legen und sie festhalten.

Verdauung: Fleischfressende Pflanzen nutzen verschiedene Mechanismen, um ihre Beute zu verwerten.

Die häufigsten sind:

Enzymatische Verdauung: Die Pflanzen bilden Enzyme, die die Beute in Nährstoffe zerlegen.
Mikroorganismen: Häufig leben in den Fallen Mikroorganismen, die beim Zersetzen der Beute helfen.

Wie widerstandsfähig sind fleischfressende Pflanzen?

Sie kommen mit nährstoffarmen Böden zurecht.
Sie bevorzugen meist sehr helle, sonnige Standorte.
Viele vertragen saure Böden mit niedrigem pH-Wert.
Viele vertragen Staunässe und wachsen in Mooren und Sümpfen; andere überstehen sogar starke Trockenheit und Brände.

Anders als früher angenommen haben fleischfressende Pflanzen keineswegs schwach entwickelte oder gar keine Wurzeln – sie besitzen sehr unterschiedliche Wurzelsysteme. Ihre Wurzeln nehmen weiterhin Nährstoffe aus dem Boden auf; was sie aus ihrer Beute gewinnen, ist eine zusätzliche Nährstoffquelle.

 Die bekanntesten fleischfressenden Pflanzen sind:

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula): Die Venusfliegenfalle stammt aus dem Osten der USA. Ihre zweilappigen Blätter schließen sich wie ein Käfig, sobald ein Beutetier sie berührt.
Sonnentau (Drosera): Sonnentau kommt weltweit vor. Seine Blätter tragen Tentakel mit klebrigem Sekret, das Insekten festhält.
Kannenpflanze (Nepenthes): Kannenpflanzen stammen vor allem aus Südostasien, Nordaustralien und Madagaskar. Ihre kannenförmigen Blätter sind Fallen, in die Insekten hineinfallen und nicht mehr herauskommen.
Schlauchpflanze (Sarracenia): Schlauchpflanzen stammen aus dem Osten der USA. Ihre schlauchförmigen Blätter sind Fallen, in die Insekten hineinfallen und nicht mehr herauskommen.
Fettkraut (Pinguicula): Fettkraut kommt in Europa, Asien und Amerika vor. Seine Blätter sondern ein klebriges Sekret ab, an dem Insekten haften bleiben.

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